Die Munition zu den Waffen nach System Vetterli


Alle Ordonnanzmodelle dieses Systemtyps haben gleiches Kaliber und Patronenlager. Die heutige Bezeichnung mit 10,4 mm hat sich eingebürgert. Sie entspricht der amerikanischen Bezeichnung „ Caliber .41 Swiss“. 1868 und 1869 war die Kaliberbezeichnung 10,5 mm, was dem Mittelwert der Toleranzen von 10,35 mm bis 10,65 mm entsprach. Bereits 1871 wurden die Toleranzen eingeengt auf  10,35 mm bis 10,55 mm; damit reduzierte sich das Kalibermittel auf 10,4 mm.
  
Bei der Einführung der Gewehre System Vetterli existierte bereits die Einheitspatrone, Kaliber 10,5 mm Ordonnanz 1867. Sie fand bei dem System Milbank Amsler transformierten Gewehren kleinen Kalibers und bei den Gewehren des Systems Peabody Verwendung. Die Treibladung bestand aus Schwarzpulver, das Geschoss aus Weichblei mit halbrundem Spiegel und die Hülse aus Tombak ( 94% Kupfer, 4% Zinn).
  
Wegen der schlechten  Schiessresultate beim Vetterli-Karabiner ( es gab viele Querschläger ) führte man unter der Bezeichnung Ordonnanz 1871 eine modifizierte Patrone ein. Die Hülse wurde dem Patronenlager besser angepasst. Das Geschoss aus Weichblei erhielt einen glockenförmigen Treibspiegel. Die Pulverladung blieb jedoch unverändert. Sieben Jahre wurde die Patrone weiter verbessert und als Ordonnanz 1878 in der Armee eingeführt. Die Hülse blieb gleich. Das Geschoss wies anstelle der vier Kannelierungen nur noch deren zwei auf. Zur Verhinderung des Bleisatzes im Lauf wurde das neue Hartbleigeschoss bis zur halben Höhe mit Papier umwickelt.  Papier und Hülsenhals umgab man ausserdem mit einer Fettschicht.