Friedrich Vetterli  1822 – 1882

 
Im thurgauischen Wagenhausen kam Friedrich Vetterli am 21. August 1822 zur Welt. Nach Abschluss der Schuljahre entschied er sich für den Beruf eines Büchsenmachers und trat beim Büchsenmacher Schalch in Schaffhausen in die Lehre ein. Die nachfolgenden Wanderjahre führten ihn nach Lahr (D), nach Paris und St.Etienne sowie nach London. In England, der damals führenden Industrienation in Europa, bot sich für Vetterli die Möglichkeit, mit modernsten Methoden der industriellen Technik, der sogenannten „amerikanischen Produktion“, bekannt zu werden.
 
Er hatte sich seit 1847 im besonderen auch mit der Entwicklung von Hinterladergewehren befasst. Im Jahre 1864 suchte die Schweizerische Industriegesellschaft Neuhausen einen Leiter für ihre 1860 gegründete Waffenabteilung. Sie wurde auf den in London tätigen Vetterli aufmerksam und holte ihn in die Schweiz zurück.. Der Anstellungsvertrag datiert vom 24. Juni 1864. Vetterli arbeitete in den folgenden Jahren an der Entwicklung eines kriegstauglichen Hinterladers, zuerst in Form eines Einzelladers, nachher einer Repetierwaffe.
 
Als die eidgenössischen Räte mit dem Beschluss vom 20. Dezember1866 sich auf die Einführung eines Repetiergewehres festlegten, war noch keine derartige kriegstaugliche Waffe vorhanden. Für die nun folgenden Truppenversuche und Prüfungen durch die eidgenössische Expertenkommission wurden mehrere Konkurrenzmodelle eingereicht. Vetterli konnte die Genugtuung erleben, dass der Bundesrat vom 20. Dezember 1866, sich für sein Gewehr entschied. Vetterli wirkte bis zu seinem Tode am 21. Dezember 1882 als technischer Leiter der Waffenabteilung der Schweizerische Industriegesellschaft Neuhausen.
 
Seine Gewehrkonstruktion wurde im Ausland stark beachtet und teilweise auch eingeführt. Italien verwendete ein Vetterli - Armeegewehr, das später durch andere Konstrukteure modifiziert wurde. In Frankreich erprobte man eine Versuchsserie von Gras-Vetterli-Gewehren, welche eine Weiterentwicklung des Korpatschek-Gewehres darstellten. Diese Serie wurde nie eingeführt. Weitere Arbeitsgebiete, auf denen Vetterli tätig war, erstreckten sich auf Gewehrverschlüsse und Munitionsverbesserungen.