Swiss-Munition - aus und vorbei

Diese "niederschmetternde" Tatsache musste Zentralpräsident Emile Zäch  bekannt geben. Damit hat ein fünfjähriger Kampf um die Swiss-Sportmunition ein abruptes Ende gefundne.
Es scheint sicher, so gab Emile Zäch zu bedenken, dass die Herstellung der Swiss-Munition aufgegeben wird. Die entsprechenden Papiere liegen auf dem Schreibtisch des Militärdirektors, Bundesrat Chevallaz. 
Sie wissen alle, teilte Emile Zäch weiter mit, wie wir um das Bestehen der Swiss-Patronen gekämpft haben. Das Zentralkomitee musste auf die politische Bühne, ja wir haben sogar im Bundeshaus vorgesprochen, und alt Bundesrat Gnägi hat damals für eine Versuchsperiode von 4 bis 5 Jahren unterzeichnet. Dieser Zeitraum ist verstrichen und pflichtgemäss musste der Chef der Militärwerkstätten das Problem neu überprüfen.

Fabrikation wird eingestellt
Wir waren nicht eingeladen, aber wir erhielten die niederschmetternde Mitteilung, dass dem Departementschef, Bundesrat Chevallaz vorgeschlagen wird, ab Ende 1981 die Fabrikation der Swiss-Patrone einzustellen.
Als Gründe wurden angeführt:
- Die Munitionsfabrik arbeitet nach wie vor mit Verlust
- Die Belegschaft muss für die Fabrikation von Kriegmunition Überstunden leisten, was beim Personalstopp nur mit der Aufgabe von Nebenzweigen aufgefangen werden kann. Damit ist uns auch Argument "Erhaltung von Arbeitsplätzen" genommen.
- Der Ausstoss der Swiss-Patrone hat nicht wie erwartet zugenommen.
- Schützenkreise fordern die Aufgabe des Schützenpreises für die Swiss-Patrone, damit sie die ausländischen billiger bekommen.
- Es werden in Grenzregionen grosse Mengen ausländische, billige Patronen eingeschmuggelt.
Drei Millionen
Die Munitionsfabrik benötigt für neue Maschinen 3 Mio. Franken und wäre dann in der Lage, eine Spitzenmunition zu fabrizieren, die jeden Vergleich mit den besten ausländischen Fabrikaten bestehen würde.
Sportrappen auch für KK-Patronen?
Seit der DV des SSV im Frühjahr 1980 steht die konkrete Frage im Raume, ob es dem SSSV nicht möglich wäre, auf der gesamten in der Schweiz umgesetzten Kleinkalibermunition einen Sportrappen an der Quelle zu erheben. Der Umsatz beträgt jährlich immerhin zwischen 20 und 25 Mio. Patronen.
Der Weg führt über den Grossisten und nicht etwa über die Bundesstellen. Letztere haben ihre Unterstützung in diesem Anliegen zugesagt.
Was könnte getan werden, dass die Schweizer-Patronen doch weiter fabriziert werden?
Die Chancen stehen gleich Null. Es könnten beispielsweise einflussreiche Nationalräte versuchen, die von Bundesrat Gnägi bewilligte Versuchsperiode zu verlängern. Dazu müsste BR Chevalaz die drei Millionen für die neue Maschine bewilligen, was aber bei der angespannten Finanzlage nicht wahrscheinlich ist. Die Meinungen in "Bern" sind offensichtlich gemacht.
Munition aus dem Ausland
Die Schweizer KK-Schützen müssen allerdings nicht auf ihren Sport verzichten. Es stehen wie bisher, genügend ausländische Patronen zur Verfügung. Es wurde auch verschiedentlich betont, dass "halt" ausländische Patronen der -Swiss- eindeutig überlegen seien. Es sei in Thun zuviel Theorie statt Praktik getrieben worden.
Die Stimme der Munitionsfabrik
B. Jung von der Munitionsfabrik Thun gab wohl zu, dass der Munition gewisse Mängel anhaften, doch sei sie durchaus in der Lage, gute Munition herzustellen. Die Schweizer Schützen müssen Vertrauen haben.
Verschiedene Voianten konnten keine neuen Erkenntnisse aufzeigen, so dass "schweren Herzens" der Grundentscheid gefasst wurde, 
dass auf Ende 1981 die Fabrikation der Schweizer Patronen aufgegeben wird. Darüber ist niemand glücklich.
Wie wird die Sache bei einem Ausland-Lieferungsstopp aussehen. Die Alternative sei das Luftgewehrschiessen. Doch muss daran gedacht werden, dass auch diese Kügeli aus Blei hergestellt werden.