Munition zu den Sturmgewehren und Maschinengewehren 

Munitions- und Waffenentwicklung waren immer eng verbunden gewesen. Besondere Bedeutung kam jedoch der Munition bei der Entwicklung der Sturmgewehre und Maschinen -Gewehre zu. Wie aus den Eidgenössischen Versuchsprotokollen des späten19. Jahrhunderts zu entnehmen war, waren stets die Schwarzpulver-Patronen im Grosskaliber bemängelt worden. Taten diese in Repetiergewehren noch guten Dienst, so ergaben sich die den schnellschiessenden Waffen Probleme durch Verbleiung der Läufe und Verschmutzung der Mechanismen.

Oberst Rubin, Direktor der Munitionsfabrik Thun, begann deshalb mit der Entwicklung verbesserter Patronen mit kleinerem Kalibers und mit Mantelgeschoss. Nach der stark flaschenförmigen Patrone von 1883 entstanden 1885 schlanke, fast zylindrische Hülsen, die eigneten sich besser für die Maschinenwaffen und die moderne MG-Konstruktionen überhaupt erst ermöglichten.
Rubin erkannte auch, dass kleinere Patronen mit neuen Pulversorten möglich war. Vor dem grossen Versuchsschiessen, mit den Mgs von Gardner und Maxim, konstruierte Rubin 1886 eine Patrone mit einer Hülsenlänge von nur 37 mm, geladen mit einem Nitrozelluose-Pressling. Die Idee von kurzen Patronen für diese Autotatwaffen verfolgte er weiter. So experimentierte er u.a. mit verstärkten Pistolenpatronen, wie dann auch Mauser und Mannlicher. Ein Jahr nach seinem Tode 1920 ging in Thun die erste Sturmgewehr-Kurzpatrone in Produktion.

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